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Karakterre 17 Growers: Germany

    Vor ein paar Tagen war ich als Aussteller bei Karakterre 17: Germany – und es war genau die Art von Messe, die ich mag: nicht laut, nicht geschniegelt, sondern fokussiert auf Herkunft, Handwerk und Haltung. Karakterre ist als Festival/Community seit 2011 aufgebaut und zeigt organische, biodynamische und low-intervention Weine aus Zentral- und Osteuropa – mit Base in Wien und New York.

    Dieses Mal fand das Ganze am 23. April 2026 im Kloster Eberbach (Eltville am Rhein) statt – ein Ort, der allein schon die richtige Energie mitbringt: mittelalterliche Architektur, Ruhe, und ein Rahmen, der Wein nicht zur Show macht, sondern zum Gespräch.


    Was Karakterre eigentlich ist

    Karakterre ist kein klassisches „alles für alle“-Tasting. Es ist ein öffentliches Weinfestival, bei dem man Winzer:innen trifft, die nachhaltig wirtschaften und Weine mit möglichst wenig Eingriffen machen – Food und Musik sind da, aber eher als Hintergrund für die Botschaft.

    Was mir daran taugt: Karakterre ist sehr klar, was die Teilnahme-Kriterien angeht. Auf der Website werden u. a. genannt: Bio/Biodynamie (oder vergleichbares System), nur indigene Hefen, keine blockierte Malo, keine grobe Filtration, keine mechanische Temperaturkontrolle, insgesamt max. 50 mg/l SO₂ (weniger willkommen), keine weiteren Zusätze, familiengeführte Weingüter – und: man bewertet nicht „Stil“, solange diese Punkte eingehalten werden.

    Das führt zu einem Publikum, das nicht auf Etiketten reinfällt, sondern wirklich verkostet: Sommeliers, Händler:innen, Importeure, aber auch Leute, die einfach gern trinken – nur halt bewusster.


    Unser Platz bei Karakterre: Österreich am TOA Table

    Ich war bei Karakterre als Aussteller mit dabei – gelistet als „Martin Obenaus/TOATable“.
    Das hat super gepasst, weil es nicht um „ich allein“, sondern um eine gemeinsame Bühne für österreichische Handschriften ging – und weil dadurch viele Gespräche sehr schnell ins Eingemachte gehen: Herkunft, Ausbau, Zeit am Wein, Textur, Stabilität.


    Was ich an diesem Tag am meisten gespürt habe

    1) Internationales Interesse – aber ohne Buzzword-Bingo

    Es gab viele Rückmeldungen, die nicht nach „Marketing“ klangen, sondern nach echten Verkostungsnotizen: Grip, Spannung, Trinkfluss, Länge. Genau das liebe ich. Wenn Menschen den Wein nicht als Konzept kaufen, sondern weil er am Gaumen Sinn macht.

    2) Die neue Welle aus Deutschland – und warum das für uns spannend ist

    Karakterre beschreibt das Germany-Event selbst als Treffen der „besten new wave“-Weingärtner Deutschlands, ergänzt um Kolleg:innen aus Zentral- und Osteuropa.
    Und ja – das war spürbar: viel Präzision, viel Mut, viel Eigenständigkeit. Für mich als Weinviertler ist das großartig, weil es zeigt: Low Intervention ist längst nicht mehr „Nische“, sondern Handwerk auf hohem Niveau.

    3) Der Ort war mehr als Kulisse

    Karakterre hat bewusst „schöne Locations“ als DNA – in Österreich die Orangerie/Esterházy-Umfeld, in New York sogar Rockefeller Center.
    Kloster Eberbach passt da perfekt rein: ein historischer Ort, der Wein automatisch entschleunigt. Karakterre nennt es eines der wichtigsten Klöster Europas und einen der am besten erhaltenen mittelalterlichen Orte in Hessen.


    Nerd-Ecke: Warum die Karakterre-Kriterien für mich Sinn machen

    Viele „Natural“-Debatten verlieren sich in Religion. Karakterre macht’s angenehm konkret. Die Kriterien zwingen dich zu sauberem Handwerk, weil du gewisse „Korrektur-Tools“ bewusst nicht nutzt (z. B. mechanische Temperaturkontrolle oder grobe Filtration) und insgesamt sehr niedrig mit Zusätzen arbeitest (u. a. SO₂-Rahmen).

    Das heißt nicht: „alles muss gleich schmecken“ – im Gegenteil. Aber es heißt: Stabilität kommt aus Arbeit und Timing, nicht aus der Hintertür.

    Schlussgedanke

    Karakterre war für mich ein Reminder, warum ich das mache: Wein ist Landwirtschaft, Kultur und Gespräch – und wenn das Umfeld stimmt, entsteht genau daraus dieses internationale Echo, das man nicht kaufen kann.

    Wenn du uns dort verpasst hast: Schreib uns – oder schau im Shop/Newsletter vorbei. Die Weine sind wie immer limitiert, aber die Richtung bleibt: Unchained.

    https://karakterre.com/winegrowers-germany

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